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Autostereoskopische Displays - 3D ohne Brille

Für viele Betrachter ist das Tragen von 3D-Brillen störend. Zweifelsohne ist ein brillenloses Betrachten von 3D-Inhalten angenehmer und steigert die Marktdurchdringungstiefe und -geschwindigkeit. Viele große Anbieter forschen daher an einer brillenlosen 3D-Display-Technik. Sogenannte autostereoskopische Displays sind derzeit bereits auf dem Markt: in kleineren Größen, wie z.B. in der Fuji Finepix Real 3DW3 Fotokamera oder der Nintendo 3DS Spielkonsole - aber auch als großformatige Screens. Die Technologie der Wiedergabe und das Betrachten des Bildes sind vergleichbar mit einem Lenticular-Druck (Wackelbild). Integrierte Streifenraster und Mikrolinsen reflektieren die Bilder in unterschiedliche Winkel (Sichtachsen), was bedeutet, dass der Betrachter – zumindest in derzeitigen Ausführungen - nur in einem bestimmten Blickwinkel zum Fernsehgerät sitzen kann und größere Kopfbewegungen den Effekt beeinflussen. Die verschiedenen Ebenen der Linsenraster werden auch als Parallaxenbarriere bezeichnet. Die Entwicklung geht dahin über, dass das Display mit möglichst vielen Sichtachsen ausgestattet ist. Auf der CES Fachmesse präsentierten einige Hersteller Displays mit bis zu sieben Sichtachsen. Eine andere Technologie überwacht die Bewegung des Betrachters mit einer Kamera und steuert die Linsen und damit das Bild derart, dass auch Kopfbewegungen des Betrachters ohne Einfluss auf die Bildqualität und den 3D-Effekt des Bildes ermöglicht werden. Eine solche Möglichkeit der Blickwinkelerfassung wird u.a. derzeit vom Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut (HHI) in Berlin erforscht.

Bedeutung von brillenlosen 3D-Dispays: Marketing in 3D

Brillenlose 3D-Displays sind aufgrund ihrer Barrierefreiheit wesentlich nutzerfreundlicher. Aber nicht nur für den Privatnutzer bieten sie einen enormen Vorteil. Sie ermöglichen auch den Einsatz für Laufkundschaft, sodass dreidimensionale Werbebotschaften auf Messen, in Verkaufsshops oder in öffentlichen Einrichtungen übermittelt werden können. Marketing in 3D als zukunftsweisende Entwicklung?

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3D Bilderrahmen von Fuji

Fujifilm bietet neben seiner 3D-fähigen Fotokamera auch einen entsprechenden digitalen Bilderrahmen. Der Finepix Real 3D V1 hat ein LCD-Display von 8 Zoll. Das Lesen von SD/SDHC- und xD-Speicherkarten sowie USB-Speichermedien ist möglich. Allerdings ist meist eine Parallaxenkorrektur über die beiliegende Fernbedienung notwendig, um Seitenverschiebungen im Bild auszugleichen.

3D Displays von Realeys

Die Firma REALEYS beschäftigt sich ebenfalls seit Jahren mit der Technologie und fertigt individuelle Displays mit einer Größe bis zu 58 Zoll. Im Gegensatz zu 3D-Monitoren und –Bilderrahmen werden hierbei Motive nur statisch wiedergegeben. Diese eignen sich daher vor allem zu Werbezwecken wie Schaufenster-Ausstellung, Messestände, Kundenpräsentation u.ä. Auch Kunstausstellungen diverser Art können von dieser Möglichkeit profitieren. Vergleichbar ist diese Technologie ebenfalls mit der Lenticular-Technologie. Allerdings wird das Motiv mit einer Hintergrundbeleuchtung hervorgehoben. Mithilfe spezieller Software werden 3D-Modelle oder 3D-Fotos derart in das Bild integriert, dass sie in einem Winkel von +-20 Grad „rundum" betrachtet werden können. Es wird daher nicht nur ein räumlicher Eindruck erzeugt, sondern ermöglicht außerdem, ein statisches Motiv durch Wechsel des Blickwinkels aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten.

3D Displays von Tridelity und Dimenco

Zwei der führenden Hersteller von 3D-Displays sind die Firmen TRIDELITY AG aus Sankt Georgen im Schwarzwald und Dimenco aus Veldhoven, Niederlande. Im Angebot sind unter anderem 3D-Bildschirme im Hochformat, Gerät mit medizinischer Zulassung sowie Displays in 4K-Auflösung.

Technologie autostereoskopischer Displays

Es gibt Single-Viewer und Multi-Viewer Displays.

Single Viewer Displays erzeugen eine Sichtachse. Das bedeutet, dass der Betrachter nur an einer Position vor dem Bildschirm den 3D-Effekt wahrnimmt. Diese Bildschirme eignen sich eher für kleine Displays und Anwendungen, in denen in der Regel ein Betrachter mittig vor dem Bildschirm sitzt (z.B. beim PC). Die Nutzung eines solchen brillenlosen Single Viewer Displays ist durch die einfache Sichtachse eingeschränkt, bietet jedoch aus Sicht der Bildqualität die beste Auflösung und den besten Tiefeneffekt. Eine Sensorgesteuerte Linsenbewegung, angepasst auf die Position des Betrachters, kann den Nachteil der Sichtachsenbeschränkung aufheben.

Display-Größen von Tridelity: 24" und 26".

Multi-Viewer-Displays sind hingegen mit mehreren Sichtachsen ausgestattet. Das Beispiel in der nachfolgenden Grafik zeigt ein 5 Sichtachsen-Display. Das heißt, dass der 3D-Effekt an verschiedenen Orten wahrgenommen wird – immer dann, wenn sich die Augen innerhalb des grauen, rautenförmigen Feldes befinden. Die Einsetzbarkeit ist dadurch wesentlich vielfältiger. Auch außerhalb dieses perfekten Sichtfeldes wird ein 3D-Effekt wahrgenommen.

Die Multi-Viewer-Displays bietet Tridelity in den Größen 26" bis 65".

Tridelity wirbt darüber hinaus mit folgenden Produkteigenschaften der brillenlosen 3D Displays:

  • keine Brillen zur Betrachtung notwendig
  • 3D ready – auch die Wiedergabe von 2D Videos möglich
  • Wiedergabe von echten 3D Inhalten – keine 2D zu 3D Umwandlung
  • Höchste Auflösung im Vergleich zu Wettbewerbern
  • Bislang die einzigen brillenlosen 3D Displays mit integriertem PC