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Die Betrachtung von 3D-Fotos besteht im Grunde genommen darin, das Gehirn zu überlisten und jedem Auge ein anderes Bild anzubieten. Hierzu gibt es verschiedene Techniken.

Eine klassische Methode zur Betrachtung von 3D-Fotos ist die Parallelblick- und die Kreuzblicktechnik. Bei der Parallelblicktechnik schaut man durch Parallelstellung der Blickachsen quasi durch die Bilder hindurch bis die beiden Einzelbilder zu einem Bild verschmelzen. Bei der Kreuzblicktechnik werden beide Einzelbilder vertauscht. Durch Schielen nach innen schaut das linke Auge auf das rechte und das rechte Auge auf das linke Bild. Diese Methoden sind historisch gesehen die frühsten Techniken gewesen 3D-Bilder zu betrachten, da hierfür keine Hilfsmittel notwendig sind. Allerdings sind sie für die Augen nicht all zu bequem.

Die Farbfiltertechnik ist historisch betrachtet ebenfalls sehr alt. Hirbei wird die Trennung der beiden Einzelbilder durch entsprechende Filter vor den Augen erreicht. Bekannt ist das Anaglyphen-Verfahren. Hierbei werden die Teilbilder des 3D-Fotos jeweils in einer anderen Farbe eingefärbt (meist rot-cyan) und übereinander dargestellt. Mit entsprechend eingefärbten Brillen sieht das linke Auge durch das rote Glas das Cyan-Bild, das rechte Auge durch das Cyan-Glas das rote Bild. Der Nachteil sind die Farbverfälschungen, die durch diese Methode bedingt sind.

Die Polarisationstechnik hat diesen Nachteil nicht. Statt der Farbfilter hat die Brille zwei unterschiedlich ausgerichtete Polarisationsfilter. Diese filtern die Lichtwellen nach ihrer Ausrichtung. Das Wiedergabemedium muss die beiden Bilder im Anschluss in verschieden polarisiertes Licht ausstrahlen. Für die Wiedergabe von 3D-Fotos mithilfe der Polarisationstechnik können z.B. Projektoren mit Polarisationsfilter eingesetzt werden. Seit nicht all zu langer Zeit gibt es auch 3D-Monitore mit Polarisationstechnik. Der Nachteil hierbei ist, dass die Bildauflösung der 3D-Fotos durch die zeilenweise ineinander verschachtelten Teilbilder um die Hälfte sinkt. Jedes Bild wird also nur mit der halben Auflösung wiedergegeben.

Dieser Nachteil wird aufgehoben, wenn beide Teilbilder nicht gleichzeitig, sondern in hoher Frequenz (min. 120 Hertz) abwechselnd wiedergegeben werden. Diese Technik macht sich die Shuttertechnik zu Nutzen. Für die Trennung der Teilbilder werden die dazu benötigten aktiven Shutterbrillen abwechselnd und im gleichen Takt dunkel geschaltet. 3D-Bilder lassen sich damit in voller Auflösung betrachten.

Eine Visualisierung von 3D-Fotos mit Tiefenwirkung ist sowohl über den Lentikulardruck als auch über autostereoskopische Displays (3D-Monitore ohne Brille) möglich. Für den Konsumer-Bereich gibt es autostereoskopische Displays auch in Form von digitalen 3D-Bilderrahmen.