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Die 3D-Fotografie mit 2 Kameras bzw. Linsen ermöglicht das Erzeugen von zwei zeitlich synchronen Fotos und damit die Erstellung von 3D-Fotos bewegter Motive.

Um 3D-Fotos mit zwei verschiedenen Kameras zu erzeugen, ist die sogenannte Stereobasis zu beachten und zeigt fotografischen Tüftlern durch die Größe der Kameras schnell die Grenzen dieser Methode auf. Die Stereobasis ist durch den Abstand der Objektive zweier nebeneinander stehenden Kameras gegeben. Dieser beträgt bei Spiegelreflexkameras in der Regel mehr als 10cm und damit mehr als der Abstand der menschlichen Augen zueinander. Dies hat zur Folge, dass die zu fotografierenden Objekte in einem gewissen Mindestabstand zum Betrachter entfernt sein müssen, um einen sauberen Stereoeffekt zu erzeugen. Je geringer der Abstand zum Objekt ist, desto geringer sollte auch die Stereobasis sein. Damit trägt die Stereobasis entscheident zum Gelingen oder Nicht-Gelingen von 3D-Fotos bei. 

Bei Kompaktkameras ist das Problem weniger groß. Der Abstand vom Objektiv zum Außenrahmen der Kamera ist in der Regel geringer, sodass sich zwei Objektive durch Nebeneinanderstellen der Kameras enger zueinander positionieren lassen. Durch die kleinere Stereobasis können auch stereoskopische 3D-Fotos relativ nahstehender Gegenstände erzeugt werden. Für 3D-Makroaufnahmen reicht dies jedoch auch nicht aus.

Damit kommt ein Fotograf in das Dilemma, keine hochwertigen, dynamischen 3D-Fotos im Makrobereich fotografieren zu können (abgesehen von erfinderischen Tüfteleien wie der Spiegeltechnik). Entweder man verwendet eine Spiegelreflexkamera und kann damit keine bewegten Objekte stereoskopisch fotografieren oder man benutzt zwei Spiegelreflexkameras, ist dabei jedoch auf das Fotografieren weit entfernter Objekte eingeschränkt.

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Technische Herausforderungen bei der Erstellung von 3D-Fotos

Um 3D-Fotos von dynamischen Gegenständen zu erstellen, ist das synchrone Auslösen der beiden Kameras wichtig. Lösen diese nicht zeitgleich aus, entstehen unerwünschte Geistereffekte. Je schneller sich Motive bewegen, desto genauer müssen die Kameras synchronisiert sein. Dies erfordert die Verwendung von Fernauslösern.

Eine weitere technische Herausforderung ist die Notwendigkeit, dass Kameraeinstellungen ebenfalls synchron sein müssen. Werden Spiegelreflexkameras verwendet, können Belichtungszeit und Blende zwar gleich eingestellt werden. Allerdings ist es ausgesprochen schwierig, den gleichen Zoom-Faktor einzustellen. Wenn sich zwei Kameramodelle dahingehend nicht synchronisieren lassen, ist viel Geschick gefragt.

Zum Synchronisieren zweier Kameras hilft bei vielen Canon-Modellen der sogenannte Stereo Data Maker (SDM). Legt man eine 5V Spannung an den USB-Ausgang einer Kamera an, so schaltet die Kamera in den Datenübertragungsmodus (wie es beim Anschließen der Kamera an den PC üblich vorgesehen ist). Der Stereo Data Maker ist eine Software, die die Kamerasoftware dahingehend beeinflusst, dass weitere Funktionen ermöglicht werden. So können zwei Kameras nicht nur ferngesteuert ausgelöst werden, sondern auch Einstellungen wie Zoom, Belichtungszeit und Blende können synchronisiert werden.

Zum Synchronisieren ist ein aktiver Fernauslöser notwendig, der die benötigte Spannung liefert. Preise hierfür liegen bei etwa 25-50€.

Bei Kompaktkameras bietet sich eine weitere konstruktive Lösung für 3D-Fotos an, um die Stereobasis zu verkleinern. Durch deren kompakte Geometrie können zwei Kameras schräg versetzt auf einer Z-förmigen Schiene montiert werden. Dies führt dazu, dass sich der Abstand der beiden Objektive und damit die Stereobasis je nach Modell auf etwa 6-7 cm verkleinert.

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Durch die automatisierten Einstellungen von Kompaktkameras ist das Synchronisieren der Einstellungen nicht erforderlich. Allerdings ist es wichtig, so auch bei Spiegelreflexkameras, dass die Einstellungen unter Kameras gleichen Typs identisch sind. Weichen diese von Kamera zu Kamera stark ab, können auch dadurch unerwünschte Effekte entstehen. Den Zoom zu synchronisieren, bleibt aber auch bei Kompaktkameras eine schwierige Aufgabe.